Jens Petershagen

Was ist Ihr Beruf?
Unsere Auftraggeber nennen das, was ich tue, vermutlich Kommunikationsberatung. Aber eigentlich ist es mehr: Ich schaue zuerst auf die Identität des Unternehmens, auf seinen Kern. Und spiegele diesen an der aktuellen unternehmerischen Realität. Und an den Zielen, die das Unternehmen hat. Wir arbeiten in einem interdisziplinären Team und nennen das „Identitäts-Workshop“ – daraus entsteht immer sehr viel Kraft und Positives. Dies übersetzen wir dann in bewegende Kommunikation.

Wie sieht so ein Workshop aus?
Wir werden in Situationen beauftragt, in denen sich ein Unternehmen weiterentwickeln will. Das kann ein CEO-Wechsel sein, eine marktbedingte Veränderung der Unternehmensstrategie oder ein Führungs-Übergang in einem Familienunternehmen. Wesentlich ist dabei immer, die Identität des Unternehmens und seiner Identifikations-Angebote an seine erfolgskritischen Zielgruppen zu definieren. Natürlich sind das primär Kunden, aber eben auch Führungskräfte, Mitarbeiter, Arbeitnehmervertretungen, Geschäftspartner – und immer auch Stakeholder, die aus dem erweiterten gesellschaftlichen Kontext kommen. Da ist es wichtig, seinen Kern zu kennen, und diesen möglichst authentisch zu kommunizieren, um tragfähige Bindungen zu schaffen. Genau das erarbeiten wir im Identitäts-Workshop anhand von kreativen Modulen, Zukunfts-Assoziationen oder Werten.

Was ist das Ergebnis eines solchen Workshops?
Das ist im Grunde die zentrale Frage – eine Vertrauensfrage. Soll heißen: Wir übersetzen die Ergebnisse eines solchen Workshops zunächst in ein kreatives Format. Das kann ein Buch sein, eine Präsentation, ein Film, manchmal auch eine Erzählung. Es geht darum, dass der Auftraggeber sein Unternehmen im Ergebnis widererkennt. Das Ergebnis muss echt sein. Und emotional bewegen. Voraussetzung ist ein hohes Maß an Vertrauen in diesen Prozess. Deshalb arbeiten wir ausschließlich auf Basis von Empfehlungen. Es geht um das „Gänsehaut-Gefühl“. Resultat ist übrigens oft, dass es nicht nur ein Kommunikations-Thema gibt, das bearbeitet werden will, sondern es entstehen auch Impulse für die Weiterentwicklung der Organisation. Deshalb arbeiten wir sehr eng mit J&P zusammen – und das seit rund 15 Jahren.

Aber wann beginnt dann die Kommunikation in die Organisation? Bisher beschreiben Sie ja nur die Grundlagen?
Richtig, aber diese Grundlagen sind die zentrale Basis! Es geht um Werte, Sehnsüchte, Spielregeln – um ein emotionales, kollektives Bewusstsein. Zentral für die Kommunikation danach sind immer die Inhalte, die Botschaften. Danach richten wir die Maßnahmen und die Medien, die Formate aus. Das ist für jedes Unternehmen individuell und hängt auch von seinem kommunikativen Entwicklungs-Status ab.

Und wie setzen Sie die Kommunikation dann um?
Wir haben dazu eine sehr zeitgemäße Form der Zusammenarbeit entwickelt. Das Prinzip lautet: Die Besten für jedes Projekt! Im Kern sind wir eine kleine Einheit für strategische und redaktionelle Aufgaben. Die Teams, die wir immer speziell für unsere Kunden zusammenstellen, bestehen aus besonders erfahrenen Profis, die aus Prinzip nur noch selbstständig arbeiten. In Summe sind das rund 30 gut gelaunte und sehr kompetente Menschen aus den unterschiedlichsten Disziplinen, mit denen wir gemeinsam unsere Kunden betreuen. Alles unter einem Label, aber immer mit den Fähigkeiten, die gebraucht werden. Mit einer absolut hohen kreativen Qualität. Und Ergebnissen, die bewegen.

Warum können Sie, was Sie tun?
Ich persönlich habe in den mehr als 20 Jahren meines Berufslebens nichts anderes gemacht als Kommunikation: in Unternehmen, in Agenturen, als Berater und heute als Unternehmer. In Change-Situationen, in unternehmerischen Krisen, in Gründungsphasen. Grundlage dafür war ein Studium der Wirtschaftswissenschaften, der Sprachwissenschaft und der Betriebswirtschaft. Und die frühe Idee, mit Kommunikation zu bewegen. Aber eigentlich fing alles mit einer selbst beklebten Litfaßsäule in Ostwestfalen an. Das ist allerdings eine private Geschichte J.

Was tun Sie in 10 Jahren?
Genau das, was ich heute tue: Unternehmer und Unternehmen dabei zu beraten, ihre Identität freizulegen und die Entwicklungen zu ermöglichen, die sie sich wünschen. Die Kraft dazu kommt immer aus dem Kern. Das macht mir große Freude.

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