just Human9

Das öffentliche Leben kehrt in weiten Teilen zurück. Museen können besucht werden, Fitness Studios können genutzt werden, wir können draußen mit ein paar Freunden Essen und wir können wieder Reisen.

In den Unternehmen pendelt sich die Situation zwischen vor Ort und im Home-Office arbeiten, ein.

Kehren wir in die neue alte Normalität zurück? Kultivieren wir das Gute und Schöne der letzten Monate?

Mit unserem aktuellen Newsletter justHuman9 richten wir die Aufmerksamkeit auf die Währungen des Lebens und unser aller Vermögen.

Wir hoffen und arbeiten immer noch an den nächsten Möglichkeiten besserer Welten.

just Human8

Stellen Sie sich vor, dass Ihr Unternehmen magisch ist, was wäre dann anders als heute?

Wir haben uns in dieser Ausgabe die Frage gestellt, wie Mythen, Magie und Rituale unseren Alltag begleiten. Wie sie uns prägen und auch zu (Alltags-)Lösungen führen können.

Wir haben hier ein paar Anregungen: justHuman8

Sprechen Sie bitte einen Tag nur über Lösungen.

Stellen Sie sich bitte vor, dass es in Ihrem Unternehmen keine Probleme gäbe, was täten Sie?

Lösen Sie mal Ihren Blick vom Bildschirm. Welches Objekt sehen Sie und was würde es Ihnen vielleicht sagen, könnte es sprechen?

Was regen Sie an, was sind Ihr magischen Lösungen?

just Human7

Spielst Du mit mir?

Wir trauen uns was, und laden zu unserem Tea-Break zum Thema Spiel ein: justHuman7

Inmitten von Zeiten der Existenzangst, Krankheit, Tod, dem Stillstand vieler Betriebe, erzwungener Vereinsamung in Home-Offices und vor Computern, verordneter Bewegungseinschränkung, Verlust von menschlicher Nähe, unfassbarer Ungleichheiten und der Orientierungslosigkeit derjenigen, die doch die Karten in der Hand haben, beschäftigen wir uns in dieser Ausgabe mit dem „Spielen“.

Und wir meinen das ganz ernst.
Eine paradoxe Intervention.

Spielen als das Anbieten eines Möglichkeitenraums, in dem die Regeln des Explorierens, des Erfindens, der Neugierde, der Überraschung, des Neuen ... und der Gemeinschaft gelten. Mit Spielern und Spielführern, die die Spielregeln kennen und sie jederzeit neu verhandeln können, ihre Rollen ernst (ein-) nehmen und doch immer sie selbst sind.
Und die sich aufmachen, die Zukunft aus der Zukunft und dem Jetzt zu gestalten, anstatt alles daran zu setzen, zum „Vorher“ zurückzuholen.

Spielst Du mit?

Weitere attraktive Angebote Ihr Arbeitsleben im Spiel zu finden und zu entwickeln finden Sie in unserem neuen Shop: just Human Shop

just Human6

Mit der sechsten Ausgabe feiern wir auch unser 30-jähriges Jubiläum. Leiser als gedacht, aber nicht weniger stolz und dankbar. Wir freuen uns, Ihnen eine schöne Auswahl an Texten für die Weihnachtszeit zu schenken und bedanken uns ganz herzlich bei unseren Autor*innen und Fotografen.  

justHuman6

Unser erster Text von Guido Dermann behandelt das Thema der
Corporate Connections
als neue Aufgabe der Unternehmenskommunikation.

Ingo Arend führt uns bei dem zweiten Text
Spiel
in die Welt der Möglichkeiten beim Spielen, wo wir das “Durchschnittsgesicht ablegen können”.

Wo wir beim Spielen sind, fragt uns der Philosoph Wilhelm Schmid
Ist das Leben ein Spiel?
Und konfrontiert uns mit der Idee, Gestalter unseres Spiels zu werden.

Weiter stellt uns Elisabeth Jacobs-Jahrreiß das Erspielen gemeinsamer Regeln;
Compliance-konformes Recruiting
aus dem komplexen wie komplizierten Alltag des Recruiting vor.

Unser fünfter Text von Alexander von Schlieffen möchte einen Ausblick geben mit dem
Horoskop 2021.
Wie wir die Zukunft der Gesellschaft durch Kooperation neudenken können.

Und das Kooperieren und das Miteinander geht es auch in dem Text
Bewusstsein für Menschen und Orte
von Martin Buchner, und darum wie jeder Ort zum Paradies werden kann.

Weiter gucken wir durch die Worte und die Schrift eines unbekannten Künstlers, auf einem unbekannten Titel, mit Raum für Gefühle und Gedanken, die ins Bekannte führen können.

Im achten Text unserer Ausgabe stellt die Kuratorin Cornelia Saalfrank das Konzept
tinyBe – living in a sculpture
vor, wie Kunst und Leben auf der Spielwiese der Skulpturen zum Leben erweckt werden kann.

Die Ausgabe schließen wir mit einem Interview zur Fotografie mit Anders Jorn, dem Künstler der aktuellen Ausstellung. Ihnen allen wünschen wir ein schönes Fest und hoffentlich ein paar besinn-liche Tage am Ende eines besonderen Jahres.

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In unserer fünften Ausgabe dürfen wir einen weiteren Beitrag aus unserer Interview-Reihe, die Ausstellung des Fotografen George Voronov und wertvolle Texte unserer Autor*innen vorstellen.

justHuman5

Die Ausgabe eröffnet Gwendolin mit einer Frage an die Quarantäne-Gemüter,
Langweilen Sie sich auch so?
und appelliert für mehr Gelächter und Kreativität im Alltag.

Das dritte Interview unserer New-Work-Reihe mit der Autorin und Mitgründerin der tbd, Naomi Ryland, zeigt Ideen auf, wie wir am Arbeitsplatz mehr zu uns und zu unseren und zu den Werten des Unternehmens stehen können;
New Work im Interview mit Naomi Ryland

Der zweite Beitrag von Martin Buchner nimmt uns auf die Gedankenreise, und erfragt woher unsere Urangst stammen könnte;
Urvertrauen versus Angst?

In Reflexion unseres Tea-Breaks, versucht Dilan Kısaoğlu das Wahrnehmen zu schreiben und zu erspüren, wer wir in Beziehung zu unserer Erde sind, und wer wir sein möchten?
Orte und Bewusstsein, eine Denkpause zum Wahrnehmen

Unsere fünfte Ausgabe schließen wir mit einem Interview zur Fotografie mit George Voronov. Ganz herzlich möchten wir uns bei unseren Autor*innen und unserem Fotografen bedanken.

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In unserer vierten Ausgabe dürfen wir wertvolle Texte, die Fortführung unserer Interview-Reihe und die Ausstellung der Fotografin Anne Schönharting vorstellen.
Hier können Sie das Dokument herunterladen:

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In unserem ersten Text fragt Paul Martin eine entscheidende Frage,
"Was würde sich ändern, wenn 3 % Ihrer Gedanken neu sind?"
Und stellt uns vor die Reflexion unserer Fähigkeit Neues zu schätzen.

Das zweite Interview unserer New-Work-Reihe mit dem Vordenker, Keynote Speaker und Autor Markus Väth konfrontiert uns mit der scharfen Analyse der Frage;
Was New Work mit dem Prinzip des ehrbaren Kaufmanns zu tun hat?

Weiter erstellt Curd Michael Hockel eine Anleitung dessen, wie wir wieder ins Spiel kommen können mit
Was Coaching vielleicht mit Spielen zu tun hat?

Earnest und Algernon nehmen uns im anschließenden Text auf die Suche reisevoller Tage mit
Sommerfrische und die Bedeutung utopischer Orte

Unsere vierte Ausgabe schließen wir mit einem Interview zur Fotografie und ihrer Erzählkraft mit Anne Schönharting. Ganz herzlich möchten wir uns bei unseren Autor*innen und unserer Fotografin bedanken.

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In unserer dritten Ausgabe möchten wir eine Reihe wertvoller Texte und eine Ausstellung der Fotografin Ebru Özmen vorstellen.
Hier können Sie das Dokument herunterladen:

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In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen als erstes ein Interview zum Thema New Work und wie neue Delegationsstrukturen zu mehr Innovationsstärke führen
mit Prof. Dr. Benedikt Hackl, dem Direktor des Forschungszentrums für Management Analytics, vor.
Zum Thema New Work werden wir auch in unserer nächsten Ausgabe ein Interview mit einer weiteren Koryphäe auf dem Gebiet führen und versuchen anhand der Serie verschiedene Zugänge zu erfragen.

Weiter berichten uns Nina Patzold und Elisabeth Jacobs-Jahrreiß zum Thema neue Wege zur Arbeit, aber vor allem Arbeitssuche in dem Text:
Recruiting 4.0 – Wie gewinnen wir die Generationen Y und Z?

Verena Riedinger schreibt zur Ambivalenz der Zeit, und fragt sich, welche Rolle Haltung und Multiperspektivität spielen
Von Beliebigkeit und Haltung

Markus Kosuch und Christian Jacobs führen uns durch die Stadt, und durch den Sommer des Spiels
Die SOMMERLICHE INNEN-STADT als KULTUR- und BILDUNGSRAUM für Mitbürgerinnen und Mitbürger

Unsere dritte Ausgabe schließen wir mit einem Interview zur Fotografie mit der Fotografin der aktuellen Ausgabe Ebru Özmen aus Mardin. Wir bedanken uns für die inspirierenden Worte und die herzlichen Bilder. Ganz herzlich möchten wir uns auch bei unseren Autor*innen bedanken.

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In unserer zweiten Ausgabe dürfen wir eine Reihe von wertvollen Texten und eine Ausstellung des Fotografen Mauro D’Agati vorstellen.

Hier können Sie das Dokument herunterladen:
justHuman2

Zuerst erzählt Leonie Novotny in Ihrem Text von der

Schönheit im neuen Alltag
welcher die Fragen des Schönen an die aktuelle Situation stellt, und gedanklich erprobt wie wir mit der Schönheit daraus wachsen können.

Der Text
Systemrelevanz ist weiblich

Von Gwendolin aus Earnest & Algernon, will die Frage der Geschlechtergerechtigkeit im Angesicht der Pandemie stellen, und rüttelt uns mit Tatsachen wach.

Darauf folgt
Die planetare Revolution

von Martin Buchner, der uns anhand seiner geomantischen Erkenntnisse versucht vor Augen zu führen, wie unsere Evolution, Revolutionen und Weiterentwicklung direkt verbunden sind, mit unserer Erde, mit der Quelle unseres Daseins.

Weiter fragt sich Sabine Sauber, was die

Orte der neuen Arbeit
ausmacht, und wie wir unsere Arbeitsformen verbunden mit ihren räumlichen Möglichkeiten neudenken können.

Zu neuen Arbeit stellen auch Verena Riedinger und Dilan Derya Kısaoğlu grundsätzliche Fragen aus der geschichtlichen und gesellschaftspolitischen Perspektive in

What is New about work
Wie arbeiten wir bis jetzt und wie möchten und müssen wir Arbeit neu denken?

Wenn wir diese Neue Arbeit schon umsetzen, was für Erfahrungen sammeln wir? Diese Frage beantworten Nina Patzold und Elisabeth H. Jacobs-Jahrreiß in ihrem Text

Mitarbeiterauswahl online only auch im Mittelstand?
Aus der Recruiting Perspektive.

Und wie wir diese hohe Flexibilität auch im Körperlichen fortführen können und wie das unser Denken anfeuern kann, stellt Christian Jacobs vor, in seinem Text

Wer sitzen bleibt ist dumm.

Unsere zweite Ausgabe schließen wir mit einem Interview zur Fotografie zum Leben mit Mauro D’Agati.
Seine Bilderstrecke wird auch ab heute auf unserer Website ausgestellt. Wir bedanken uns sehr für die Inspiration, seine Worte und seine einzigartigen Fotografien.

Ganz herzlich bedanken wir uns auch bei unseren AutorInnen und hoffen, dass Sie, unsere LeserInnen, mit unserem just Human2 eine schöne Inspirationsquelle finden.

ALLER ANFANG IST SCHÖNHEIT

House of Beautiful Business 2019 – Retrospektive

Leonie Novotny

Dostojewski war sich sicher: „Schönheit wird die Welt retten“. Ein kitschiger Gedanke, eine wage Vermutung, ein zukunftsweisender Aufruf zum Handeln? Eine tiefe Überzeugung. Das „House of Beautiful Business” (HoBB) sieht als interdisziplinärer Think Tank seine Aufgabe darin, verschiedene Perspektiven zusammenzuführen, um sie in der Idee eines SCHÖNEN unternehmerischen Handelns weiter zu entfalten und in die Umsetzung zu führen. Dahinter steht der Glaube an die Wirkungskraft von Schönheit – und deren Potenzierung in der kollektiven Begegnung mit dem Schönen. Fünf Tage lang öffnete das HoBB Anfang November in Lissabon seine Türen für ein vielseitiges Ping-Pong zwischen Impulsgebenden und Teilnehmenden – ein „Battle for Beautiful Business“. Wir streckten die Fühler aus und fühlten. Fühlten uns hinein in die dortigen Sphären, die uns labyrinthisch durch das Programm leiteten:

Wir sitzen in kleinen und großen Räumen, deren Decken mit Stuck und Wände mit Mosaiken bespielt werden. Rote Teppiche, Deckenmalereien, hölzerne Stühle, Vitrinen, in denen sich Buchrücken aneinanderreihen, große Fenster mit Blick in den grünen Innenhof – die Atmosphäre, die die Räume und Zwischenräume des „House“ umhüllt, hat etwas detailreich-menschliches. Sie lädt ein zum Flanieren, Sitzen, Gehen, Ruhen – fordert so wie das inhaltliche Programm Entscheidungen eines jeden Einzelnen. (Un-)bewusste Entscheidungen für eine kontemplative Wahrnehmung des Schönen.

Es geht darum, Visionen zu verWIRKlichen. Und Schönheit WIRKT. Das erleben wir beispielsweise im Blick in die Natur, auf ein Kunstwerk oder in Begegnungen mit Menschen. Das Zeigen und Erkennen von Schönheit schafft Würdigung und Respekt. Empfindungen, die auch Künstliche Intelligenz (KI) im Zeigen von Schönem bewirken kann? Wieviel Menschlichkeit braucht es, um die Sinne unserer Gesellschaft für das Schöne zu schärfen? Und wird KI vielleicht nur als künstlich wahrgenommen, da sie als eigenes System noch nicht in unserem Bewusstsein verankert ist? Das HoBB fragt nach Perspektiven, die uns in alle Richtungen berühren, Überzeugungen aufeinanderprallen lassen, die gegensätzlicher kaum sein könnten, uns diskutieren lassen – handeln lassen. Und jeder Teilnehmerin hat es selbst in der Hand.
Nicht nur TeilNEHMERIN, Rezipientin zu sein, sondern aktiv gebender Gast. Nicht nur interessant zu sein, sondern interessiert. Momente des Staunens zu sammeln und Geschichten zu erzählen, mit denen wir andere Menschen und uns selbst berühren. Die Perspektiven, die in ihrem Gegenüber SINNvoll werden, zu entdecken und selbst zu kreieren. (Er)findet das HoBB seinen Sinn in den Menschen, die es bespielen? Die Inhalte drehen sich schließlich um unternehmerisches Handeln – und damit um etwas, zu dem unsere Verbindung eine Sinnliche ist. Wir arbeiten mit den Sinnen. Und brauchen das (gemeinsame) Schauen auf das Schöne. Ein Schauen, das schon der Weg ist zum Tun.

Wie gehen nun Menschen mit Schönheit um? Wir fühlen uns von Schönheit angezogen. Wir sind überrascht. Wir staunen. Pure Schönheit liegt in der Ziellosigkeit. Oder ist das Schöne die Vielfältigkeit eines Ziels, die Offenheit des Weges dorthin? Innere Schönheit schafft eine innere Sicherheit, die auch Unsicherheiten erlaubt. Unsicherheiten, die unsere komplexe Welt fordert. In einer Sicherheit, die uns mit Offenheit, Hingabe und Ruhe Neuem begegnen lässt. Was groß werden will, braucht Zeit zum Wachsen. Und Gelassenheit. Nur aus dieser heraus können wir die Schönheit als solche auch wahrnehmen, sehen, denken und fühlen.

Durchwandelbar, am seidenen Faden – wie in einem Puppentheater fanden sich die Inhalte im HoBB zusammen. Spielerisch – und dabei doch bewusst geführt. Für ein „Battle for Beautiful Business“, den Kampf, der in diesem Jahr ausgetragen werden soll, fehlt scheinbar ein Stück Freiheit. Während sich jeder sein eigenes „House“ gestaltet, wirkt dessen Rahmen eng, das Ziel der Auseinandersetzungen schon so festgelegt, die Möglichkeit eines Verlierens scheinbar ausgeschlossen – ein Kampf bleibt aus. Wie können die Perspektiven und Inhalte so einseitig, harmonisch, ausgewogen sein? Die Dinge, für die es sich zu kämpfen lohnt, führen unser Leben aus dem Gleichgewicht!

Fünf Tage lang. Wir denken noch einmal nach. Wir schauen uns in die Augen. Wiederholt. Denn so wie sich unser Bewusstsein weiter formt, sehen, denken, lesen wir alles in der Wiederholung auf eine neue Art. Und so wie eine Veränderung im Außen auch immer etwas in unserem Inneren verändert, wandelt sich unser Bewusstsein so, dass wir vermeintlich Gleiches täglich mit neuen Augen sehen. Wenn wir dies bewusst tun, vielleicht auch mehr Schönheit? Wir selbst entscheiden, wie und ob wir Schönheit wahrNEHMEN. Zum verabschiedenden Schreiten durch die Türen des House of Beautiful Business‘ ist sie für uns allgegenwärtig. Aller Anfang ist Jetzt. Für das Öffnen des Blicks, das Schauen ohne Wertungen, frei von Absichten oder Zielen. Für die Wahrnehmung von Schönheit als die Wahrnehmung von Wahrhaftigem. Und damit als etwas, das vielleicht schon bald nicht mehr mit bloßem Auge, bzw. den uns bisher bekannten Sinnen erkennbar sein wird. Und daher die Entfaltung neuer Wahrnehmungsformen und Sinne mehr als jeher fordert. Wahrnehmungsformen und Sinne, die uns Schönheit zeigen. Aller Anfang ist JETZT. Aller Anfang ist SCHÖNHEIT.

just Human1-n

Lange vor der sogenannten Corona-Krise haben wir geplant einen Einblick in unsere Arbeit mit Texten und visueller Gestaltung zu bieten. Die meisten von unseren Geschäftspartnern kennen immer nur einen Ausschnitt unserer Arbeit. Wir wollten gerne zu mehr Überblick verhelfen, damit Sie erfahren, was wir tun und aber auch erfahren, wie wir denken und welche Meinung wir haben. Dabei wollen wir vor allen Dingen an dem Menschlichen dranbleiben, damit wir uns gemeinsam weiterentwickeln. Auch diese Tage zeigen, dass wir alle und jede und jeder für sich Potential für Wachstum bereithalten.

Wir nennen das DOKUMENT just Human1-n. Vielleicht wird es mal ein Magazin, gedruckt. Wer weiß, wie sehr wir das Analoge wieder lieben lernen, für die besonderen Dinge eben.

Hier können Sie unsere erste Ausgabe herunterladen:
justHuman1

In unserer ersten Ausgabe fragt sich Christian Jacobs in:

Neue Romantik oder Mensch vorwärts! …
wie wir leben, wie wir künftig leben möchten, mit der immerwährenden Frage: „Könnte es sein, dass wir besser leben könnten, wenn wir es nur wirklich, wirklich wollen?“

Marc Rogowski sagt:

Menschen führen – gerade jetzt
und berichtet uns von der digitalen Intensivkur, die so viel Ermöglichtes zur Sicht bringt.

Elisabeth Jacobs-Jahrreiß berichtet uns in:

Die Qual mit der (Aus-) Wahl
von Recruiting-Prozessen, die Zukunft schaffen, mit dem kritischen Blick auf gestern und heute.

Paul Martin stellt unter:

Digitale Vernetzung von analogen Experten und Universalisten – Wie menschliches Potenzial in Relationen aufblühen kann
seine Idee der intelligenten Profilierung, der gezielten Suche und der Vernetzung des menschlichen Potenzials vor, bei der Menschen ermöglicht wird, voneinander zu lernen, um zu wachsen.

Marie Jacobs hinterfragt:

Regionalität in Zeiten der Globalisierung und Krise – Das Potential von lokalen Währungsinitiativen
Ist es möglich unsere globalen Spielregeln neu zu erfinden?

Unsere Partner Earnest & Algernon laden zu einem Spaziergang ein:
Umherschweifend in die nächste Moderne

Warum arbeite ich?

Dilan Kısaoğlu

Individuelle Ziele, Ziele des Unternehmens oder gesellschaftliche Ziele?

Die einfachste Antwort lautet; Broterwerb . Doch immer mehr Menschen, vor allem in Gesellschaften mit ausgeprägter Wirtschaft und Bildungschancen, haben die Möglichkeit mit der Arbeit ihre Wünsche und Visionen zu verwirklichen. Der Zeit ihren Stempel setzen, etwas Neues schaffen, sein können, was sie von anderen unterscheidet. Darin liegt die Schwere; auszusuchen, worin sie, durchschnittlich ein Drittel ihrer Lebenszeit, investieren möchten.

Der Appell lautete lange, der eigenen Leidenschaft zu folgen. Doch die eine Berufung zu finden, ist schon schwer genug, wenn man in mehr als einer Sache interessiert ist, wenn in einer Brust mehrere Herzen schlagen und man sich denkt; gerne verliere ich mich beim Malen, und finde die höchste Befriedigung, wenn ich Vorträge halten kann.

Dann folgen weitere Fragen: Was ist die Leidenschaft, für die es sich lohnt, die eigene Lebenszeit zu investieren?
Und diese Frage nach dem Lohnen, impliziert einen Zweck, einen Wert der Arbeit, die man ausführen kann oder möchte. Einen Mehrwert der eigenen Arbeit für das Zusammenleben.

Was kann ich machen, was noch auf der Welt fehlt und gleichzeitig mich erfüllt? Worin bin ich gut und was kann ich so gut, dass es besser wäre, wenn ich es mache? Die Frage nach der Leidenschaft für eine Tätigkeit verbindet sich mit der Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Tätigkeit für die Gesellschaft, und schon hat man die Auswahl aller Möglichkeiten eingeschränkt. Wenn Leidenschaft bedeutet, dass die Arbeit, die man wählt, das Individuum erfüllt, dann bedeutet die Sinnhaftigkeit der Arbeit für die Gemeinschaft, dass man den Blick vom Individuum auf die Gesellschaft richtet. Und die Wahl der Tätigkeit nach dem Wert, Sinn und Zweck für die Gesellschaft hinterfragt.

Die Studie purpose @ work, welche in 40 Ländern und mit 26.000 Teilnehmenden auf LinkedIn durchgeführt wurde, zeigte auf, dass über die letzten Jahre die Werteorientierung von MitarbeiterInnen gestiegen ist und einen direkten, positiven Einfluss auf die eigene Zufriedenheit mit der Arbeit, wie auch der Produktivität im Team hat. 37% der weltweit Befragten ArbeitnehmerInnen geben an, dass für sie die Werte- und Sinnorientierung bei der Arbeitssuche ausschlaggebend ist. 38% geben dazu an, dass für sie Sinnorientierung genauso wichtig ist, wie die finanziellen und statusbezogenen Charakteristika der Arbeit.

Sinnhaftigkeit kann dabei in jeder Branche gefunden werden, es ist nicht beschränkt auf bestimmte Berufsfelder. Es bedeutet das Ziel der Unternehmung, im Einzelnen das Ziel der eigenen Arbeit, auf die drei Dimensionen des Persönlichen, Gemeinschaftlichen und Gesellschaftlichen Wertes zu hinterfragen. Die Unternehmen, die eine gesellschaftlich relevante Antwort auf die Sinnfrage der MitarbeiterInnen geben, zeigen einen Anstieg von 10% Zuwachs und ziehen die Personen an, die ganz besondere persönliche Motivation mitbringen mit der Arbeit einen sinnerfüllenden Beitrag zur Gesellschaft zu leisten.

So wird die individuelle Frage: Warum arbeite ich überhaupt? schnell zu einer grundsätzlichen Frage, was Arbeit für das Individuum, für die Gemeinschaft der Mitwirkenden und am Ende für die Gesellschaft für einen Wert schafft? Es wird zu der grundsätzlichen Frage, die sich jedes Unternehmen stellen muss, wenn sie zukunftsorientierte, motivierte MitarbeiterInnen werben möchten und die eigenen Ziele im Auge behalten, damit sie auch eine sinngeleitete Unternehmung konstruieren können. Denn die Personen finden immer mehr heraus, warum sie arbeiten möchten, jedoch bleibt die Frage offen, welche Organisationen und Unternehmen solch eine Arbeitsatmosphäre und Ziele ermöglichen?

1https://cdn.imperative.com/media/public/Global_Purpose_Index_2016.pdf

Wer führt die VERÄNDERUNG wohin?

Dilan Kısaoğlu

Dass wir in Zeiten der Veränderung und innovativen Möglichkeiten leben, ist keine neue Information. Doch bleibt die Frage nach dem handelnden Subjekt (in) der Veränderung. Führt jemand die Veränderung und wenn dann wohin? Kann man Veränderungen führen, und muss man die Führung ändern, wegen der Veränderungen? Wie muss die Bildung, Ausbildung, Weiterbildung von Führungskräften aussehen, die diese Veränderungen meistern sollen?

Viele Fragen, keine einzig wahre Antwort, jedoch ist sicher, dass sich mit Veränderungen neue Anforderungen kristallisieren, an die Konzepte wie wir das Leben und Arbeiten organisieren. Ganz banal schon mit neuen Techniken der Organisation, mit neuem Handwerk, wird auch der Nutzer dieses Werkzeugs in die Veränderungsdynamik einbezogen. Die Digitalisierung bietet solche neuen Werkzeuge, die nicht nur die Arbeit vereinfachen, die Prozesse exponentiell beschleunigen, sondern der Mensch kann auch von seinem Werkzeug lernen; wie im Falle der Computer, in vielen Zahlen und Verbindungen zu denken. Die Bedeutung von Netzwerken, Verbindungen und das Potenzial des Miteinander zu verstehen ist dabei von höchster Wichtigkeit, wenn die Führungskräfte die Zeit mitgestalten wollen, statt in der neuen Zeit obsolet zu werden.

Diese Verbindungen muss man in vielerlei Dimensionen sehen und verstehen. Es geht um die Verbindung zwischen den Menschen, in Form der Kommunikation aber auch auf der Ebene der zwischenmenschlichen Beziehungen. Eine nächste Dimension ist die Verbindung und Neu-Verbindung der Potenziale und Ressourcen, um ein dynamisches Wachsen zu ermöglichen. Und die letzte Verbindung ist die zentrale Verbindung, die des Wissens, der Daten, und dem Zugang der Menschen zu diesem Wissen.
Laut der Megastudie des Instituts für Führungskultur im digitalen Zeitalter (IFIDZ) über den Zeitrahmen 2012 bis 2018 sind folgende Kompetenzen essenziell für eine erfolgreiche Führung :
Kommunikationsfähigkeit (57%)
Veränderungsfähigkeit (39%)
Mitarbeiterorientierung (33%)
Transparenzorientierung (31%).

Das Kommunizieren miteinander und füreinander, über die Ziele der Unternehmung, aber auch über die Ziele der Menschen, die am Besten in den Zielen der Organisation integriert sein sollten, die diese Tragen, wird als die wichtigste Komponente erfordert. Neu-zu-verbinden, wird als die zweitwichtigste Aufgabe angesehen, veränderungsfähig zu sein, neu zu schaffen, wenn die Karten sich neu legen lassen, für ein besseres Miteinander, was die Unternehmung einen Schritt weiterbringt. Die andere Verbindung ist die zu den Menschen, zu den MitarbeiterInnen. Die Schätzung dieser wird als die drittwichtigste Aufgabe der Führungskräfte angesehen. Die andere Verbindung, ist die Verbindung des Wissens. Es ist nicht mehr zeitgemäß und auch nicht produktiv, Wissen und Positionen zerstückelt zur Verfügung zu stellen. Die Gesamtheit, das Gesamtbild verleiht Sinn, und Sinnsuche prägt die Anforderungen der Zeit, wenn viel zu viel Wissen ohne Kontext verfügbar ist. Deswegen ist ein fairer Zugang zum Wissen, Transparenz in Unternehmungen wichtig und trägt zur Produktivität bei. Davon berichtet auch der frühere CEO von IBM, Samuel Palmisano: „Hierarchische Kommando- und Kontrollansätze funktionieren einfach nicht mehr. Sie behindern den Informationsfluss in Unternehmen und erschweren die heutige flüssige und kollaborative Arbeit.“ .

Eine der bekanntesten und erfolgreichsten Konzepte zur Führungskräfte-Entwicklung, die diese Anforderungen integriert, ist das Programm LEAD von der Booth Business School an der University of Chicago . Das Programm baut auf einen regen Austauschraum zwischen den Teilnehmenden des Leadership-Programms. Die Studienanfänger werden in diesen Kursen von ausgewählten Moderatoren (Facilitators) aus dem zweiten Studienjahr unterrichtet. Dabei lernen die Facilitators besonders intensiv die Fähigkeiten: Einflussnahme, Coaching, Moderation, Führung. Einerseits dadurch, dass sie Erlerntes anwenden, andererseits auch dadurch, dass sie Bildungskonzepte entwickeln müssen. Zudem findet auch ein sehr reger Austausch zwischen zukünftigen Führungspersonen statt, die auch in diesem Lernprozess starke Vernetzungspotenziale entwickeln.

Solche Programme bauen auf die Emotionen der lernenden, zukünftigen Leader auf, um diese als treibende Kraft für das Individuum anzuerkennen und aber auch in der Selbstreflexion als Informationsquelle über die eigenen Wünsche und Potenziale zu nutzen. Visionen, die von neuen Möglichkeiten der Technik und des gesellschaftlichen Fortschritts gestiftet werden, projizieren diese Emotionen in die Zukunft . Mit Visionen tragen wir Bilder der Hoffnung und Innovation in die Welt, wie wir sie gerne gestalten würden. Und mit diesen Visionen, Emotionen müssen die Konzepte der Leadership-Qualifizierung arbeiten, um die Person und ihr Potenzial voll in den Prozess der Kreativität und Neu-Erfindung einbinden zu können.

Mit diesen Ansätzen stellen wir die Frage, wie wir die Leadership-Qualifizierung zeitgemäß gestalten können: Schätzen wir die Emotionen, Visionen, Wünsche aller Mitarbeitenden wert? Schaffen wir einen transparenten Wissensaustausch? Sind wir befreit von hierarchischen Strukturen, die intuitive Vorgänge komplizierter machen?

1https://www.cio.de/a/welche-kompetenzen-brauchen-digitale-leader,3547562
2https://www.foreignaffairs.com/articles/2006-05-01/globally-integrated-enterprise
3https://research.chicagobooth.edu/harrydavis/students
4https://onlineshop.zukunftsinstitut.de/shop/workbook-vision/

Vernetztes Führen

Dilan Kısaoğlu

Was sind wir vernetzt?!

Vernetzung ermöglicht das Miteinander der Menschen, das Zusammenleben. Wir kommunizieren, profitieren davon und sozialisieren uns in der Gemeinschaft. Im Laufe der Evolution der kulturellen Gesellschaft, haben wir immer weiter neue Vernetzungsformen entwickelt, die Knoten dichter verbunden, die Informationen breiter gefasst. Seit 2 Jahrzehnten antwortet die fortschreitende Digitalisierung auf das urmenschliche Bedürfnis nach gemeinschaftlicher Organisation mit einer individuellen, schnellen und umfangreichen Vernetzung. Informationen werden nicht nur abrufbar, sondern auch die Produktion und Verbreitung dessen dezentralisiert sich.
In dieser ubiquitären Vernetzung revolutionieren wir die Kommunikation, damit unsere Gesellschaft. Die Tragkraft der Gemeinschaft hängt direkt von ihrer inneren Kommunikation ab, der Austausch von Informationen bestimmt die gesellschaftliche Entwicklung, die Sozialisation einer Organisation, eines Unternehmens. Diese vernetzten Strukturen der Informationsgesellschaft verändern nicht nur die Kommunikationstechnik, sondern fordern auch die traditionell hierarchischen Strukturen der Kommunikation heraus. Eine neue Kommunikationskultur bedeutet auch eine Neuorientierung in der Hinsicht wie Organisationen bis jetzt strukturiert waren und wie diese sich neu erfinden müssen, um den Ansprüchen der Menschen und der Technik angemessen mitzuwachsen.

Führung, digital emanzipiert und gemeinsam vernetzt

Der Trainer von agilen Führungskräften Michael Hübler vergleicht die netzwerkbasierte selbstständige Zusammenarbeit eines Organismus in dem Prozess der Evolution mit den Anforderungen der digitalisierten Gesellschaft, die immer mehr auf Vernetzung und gleichzeitig Verselbstständigung der Teile eines ganzen Systems aufbaut. In seinem Buch: New Work: Menschlich, Demokratisch, Agil (2018) schreibt er, dass ein Blick auf die menschliche Evolution uns zeigt, was agile Organisationen ausmacht. Nach ihm muss ein Unternehmen wie eine semipermeable Membran, eine halbdurchlässige Hülle, sein. Einerseits den Mitarbeitern die Sicherheit einer Heimstätte bieten und andererseits mit der Offenheit des Systems neue Informationen und Ideen aufnehmen können.
Diese neue Denkschule, auch “New Work” genannt, wurde zum Ende des 20. Jahrhunderts von Frithjof Bergmann gegründet. Er sieht die Transformation der Gesellschaft von der industriellen Ausrichtung zur gemeinschaftlichen Produktion als Chance zur Befreiung der ArbeitnehmerInnen von der Lohnarbeit. Nach dieser Philosophie sollte der Mensch nur die Arbeit tun, die er wirklich ausüben und ausleben möchte, damit diese Arbeit ihm Vitalität gibt. Dabei ist es wichtig Arbeit und ArbeitnehmerInnen, weder inhaltlich noch physisch auf ihre Arbeitsplätze zu determinieren, sondern Arbeitsräume der Gemeinschaftsproduktion, Transparenz und des Austausches zu etablieren.
Bergmann konzentriert sich in seiner Ausarbeitung des “New Work” nicht nur auf die positiven Auswirkungen der Bewegung auf die Arbeitsverhältnisse, sondern sieht es als den Anfang einer Neu-Ausrichtung der Wirtschaft und dem damit verbundenen Umgang der Gesellschaft mit seinen Ressourcen. Zu den Zielen der neuen Arbeit gehört auch die Beseitigung der weltweiten Armut durch sinnvolle Ausrichtung der Arbeit und eine Wirtschaftsform, die auf Gemeinschaftsproduktion aufbaut. Dabei verzichtet man auf die Maximierung der Arbeitsplätze, die den Geist und Körper der ArbeitnehmerInnen lähmen. Automatisierung und Vernetzung kann den Menschen den Freiraum geben mit der Arbeit als Berufung und Erfüllung die eigenen Ressourcen, wie auch die gesellschaftlichen Ressourcen zur innovativen Weiterentwicklung der Gesellschaft einzusetzen, ohne sich für Vorgabenarbeit auszubeuten.

Jeder kann erfolgreich führen, vor allem sich selbst

Die kulturelle Revolution macht sich die Digitalisierung zur Technik der Selbstkonstruktion. Gleichzeitig müssen auch Organisationen und Unternehmen ihre Konzepte und Werte revolutionieren, um die neuen Techniken zu gestalten und nicht von diesen obsolet gemacht zu werden.
Was die Führungskräfte in dem digitalen, emanzipierten, vernetzten Gemeinschaftskonzept auszeichnen muss, ist nicht ihr exklusives Wissen und ihre exklusive Position, sondern ihr Bemühen Fähigkeiten zur Führung und Wissen an ihr Team weiterzutragen. Das Team zu motivieren, sich selber und die eigenen Ideen erfolgreich zu führen. In einer von Informationen und der Neu-Kontextualisierung dessen lebenden Gesellschaft, damit auch Wirtschaft, ist jeder willkommen, die Daten zu kennen, die zum Erfolg führen. Und in innovativer und kreativer Eigenregie diese für das gemeinsame Ziel der Unternehmung zu verwerten. Einerseits ermöglicht die Digitalisierung Eigenständigkeit und den Zugang zum unendlichen, ständig greifbaren Wissen. Andererseits erfordert diese Verstärkung der Vernetzung neue Konzepte des gemeinsamen Arbeitens. Dabei verlangt eine auf Eigeninitiative aufbauende Zusammenarbeit Vertrauen und flache Hierarchien, was auch die Generation der neuen ArbeitnehmerInnen antreibt. Linda Ginzel, Professorin für Psychologie an dem Business-School Booth, argumentiert in ihrem Buch Choosing Leadership (2018) , dass die Fähigkeit zu führen für jeden erlernbar ist, aber stereotypische Erwartungen und Vorstellungen gute Führungspersönlichkeiten davon abhalten sich weiterzubilden. Sie beschreibt die Rolle der Führungspersonen vor allem als Verfechter neuer Möglichkeiten für die Zukunft, die Aufgabe eines guten Leaders ist das lebenslange Lernen und Fördern neuer Möglichkeiten.
Aber neue Möglichkeiten bringen neue Probleme, für die die alten Lösungen nicht mehr funktionieren. Was müssen wir machen damit wir mit dem schritthalten können? Könnte es klüger sein, besser zu werden, ohne größer zu werden ? Ist es notwendig, alles zu besitzen? Könnten die Volkswirtschaften stattdessen durch nicht wettbewerbsorientierte Allianzen gemeinsam agieren? Wenn ja, wie werden diese verwaltet und überwacht? Was wird die globale Gesellschaft zusammenhalten?

1Michael Hübler(2018) New Work: Menschlich - Demokratisch - Agil
2https://www.improwe.de/2019/07/10/new-work-bergmann/
3https://www.iedp.com/articles/leadership-skills-for-a-new-age/
4https://www.chicagobooth.edu/magazine/blog/2018/linda-ginzel-choosing-leadership
5Charles Handy(2016) The Second Curve: Thoughts on Reinventing Society

Aus der J&P GmbH wird just Human

Wir schrieben das Jahr 2017, es war Winter und wir hatten etwas Zeit. Nachdem die Jahrreiss & Partner GmbH im Jahr 2002 in die J&P GmbH umbenannt worden war, meinten wir, dass es an der Zeit sei, auch im Hinblick auf eine zukünftige Entwicklung der Wirtschaft und unseres Unternehmens, den Namen und unsere Corporate Identity zu überprüfen. Wir fühlten auch, dass wir uns weiterentwickelt haben und diese Entwicklung deutlich sichtbarer werden sollte.

Allein, das ist nicht so sehr unsere eigene Kompetenz. So entschieden wir im Frühjahr 2018 einen Markenstrategen hinzuzunehmen. Nach kurzer intensiver Beschäftigung kamen wir zu dem Schluß, dass der Name unserer Webseite "justhuman" genau das ist, was wir eben sind und auch weiter im Smart Machine Age sein wollen: just Human. Mit dieser Entscheidung beauftragten wir das Bureau Mirko Borsche, uns bei der Umsetzung zu unterstützen. Sie sehen nun, wie es aussieht, vielleicht empfinden sie etwas, bzw. machen sich so Ihre Gedanken.

Wir wollen jedoch nicht nur, dass es "aussieht", sondern wir wollen, dass das Menschliche in seinen Potentialen weiterhin genutzt und eben auch weiterentwickelt wird. Wenn Don Beck und Christopher Cowan recht haben mit ihrer Theorie der Spiral Dynamics, haben wir noch Möglichkeiten, unser Bewusstsein weiterzuentwickeln und damit zu neuen menschlicheren Gesellschaften und Unternehmen zu gelangen. Wir leisten unseren Beitrag, und weil es schon immer Menschen und Gruppen von Menschen gab, die das taten, haben wir uns entschieden, alles, was wir drucken auf dem BAUHAUS Papier von GMUND zu drucken. Auch das Bauhaus wollte eine Gesellschaft, in der das bessere Leben möglicher wird. Insbesondere durch eine Verbindung von Handwerk, Kunst und Wirtschaft.

GehWege

Gehen ist der neue Trend und bei just Human seit Jahrzehnten gelebte Übung. Eigentlich verwunderlich, dass Sie uns noch gelegentlich an unseren Schreibtischen finden, so viel wie wir "Gehen" und bei dem, was sich alles im Gehen abspielt.
Christian Jacobs entwickelt seit Jahren "Parcours", bestimmte Strecken zu bestimmten Themen. Den alljährlichen Strategieparcours, auf dem eine "Stamm-Mannschaft" von Unternehmenslenkern ihre Strategie entwickelt und sich dabei auf dem Jakobs- Weg am Ende selbst begegnet. Städte-Parcours, der Parcours "Liebe und Phantasie" im November in Venedig, der Ruhrgebiets-Parcours auf der Suche nach Echtheit und Heimat.

Mitarbeitergespräche, Brainstormings, Standortbestimmungen (ja, in diesem Fall ist das ein Wortspiel) finden im Gehen statt. Im Gehen wildern die Gedanken. Es gibt regelmäßige Spazierwege mit Kunden und es spricht oder schweigt sich gut im Gleichschritt des Nebeneinanders. Die Natur hilft, die Bewegung auch. Mann hat Einblick, Ausblicke, geht Umwege, hat ein Ziel, kommt zurück, lebt Veränderung mit jedem Schritt weil es ja sonst kein Vorwärtskommen gibt.

Wir bieten unseren Kunden an, auf eintägigen GehWegen aus der Problemtrance zu kommen und in Bewegung ihre ganz eigene Lösungs-Sicht zu entwickelt. Die Ausbildung vor allem bei de Shazer und Insoo Kim Berg sind das Werkzeug, das Gehen die Ressource. Auf schönen knapp 30 km in München oder Venedig gelingt es, zumindest den Blickwinkel zu verändern, Ausnahmen zu finden und Lösungen zu (er-)finden.

Wie der Flaneur die Zukunft von Räumen ermisst, ergehen wir mit ihnen die Räume Ihrer Zukunft. Sprechen Sie mit uns, wenn sie "Mit-Gehen" wollen: ehjj@justhuman.de

Interview mit Professor Markus Kosuch

Prof. Markus Kosuch, Universität Nürnberg, Lehrstuhl für ästhetische Erziehung

just Human: Prof Markus Kosuch können Sie uns bitte kurz erläutern, was ein Professor für kulturelle und aesthetische Praxis in der Sozialen Arbeit macht?

MK: ...Er öffnet ästhetische Möglichkeitsräume, in denen Studierende sich forschend mit sich, dem Anderen und der Welt in Beziehung setzen. D.h konkret, Studierende spielen Theater, machen Musik, tanzen, fotografieren, filmen. Sie forschen und lernen mit Kopf, Herz und Hand. Ästhetische Praxis öffnet Welten – neue Perspektiven – neue Denk-, Handlungs- und Wahrnehmungsmöglichkeiten. Sie nehmen ihre eigene Wahrnehmung wahr.
Ich sehe meine Aufgabe darin, diese Möglichkeitsräume mit den Studierenden so zu gestalten, dass sie sich in ihren Potenzialen, ihrer Gestaltungskraft erleben können.
Die Studierenden treten über die ästhetischen Methoden in Resonanz mit einem Gegenstand und den Mitstudierenden.
Sie öffnen sich spielerisch, forschend und neugierig für das Potenzial, das Neue, was in diesem Raum entstehen kann.
Methodisch bezeichne ich dieses Lernsetting als A.R.T-Prozess.

jH: Welche Bedeutung bzw. welchen Nutzen kann das aus Ihrer Sicht für die Wirtschaft oder i.e. die Unternehmen haben? Wo liegen aber auch die Grenzen?

MK: Wie kommt das Neue in die Welt? Wie kann Innovation (nicht Variation des Alten) passieren? Wie können Potenziale sich entfalten? Wie kann eine co-kreative und co-produktive Arbeitskultur entstehen oder geschaffen werden? Das sind Fragen, die in der Wirtschaft und in Unternehmen relevant sind. Mit dem A.R.T-Prozess und dem Öffnen von Möglichkeitsräumen bietet sich eine Methode, mit der Unternehmen im Bereich „Innovation“, „Kreativität“, „Change“ und der Entwicklung der Unternehmenskultur neue Wege gehen können. Wir können diese Methode als action-learning Format nutzen, um dem Neuen, dem Potenzial, der Selbstwirksamkeitserfahrung die Möglichkeit geben, sich zu entfalten.
Grenzen liegen darin, dass sich das Schöpferische nicht im eigentlichen Sinne herstellen lässt. Das Neue, Schöpferische, passiert, wenn wir einen Rahmen geben, Spielregeln definieren. Es geht in diesen Prozessen darum, eine Haltung einzunehmen, dem Neuen, dem Überraschenden auf die Spur kommen zu wollen. Es muss eine Bereitschaft von allen bestehen, sich in diesen ästhetischen Möglichkeitsraum zu begeben und sich überraschen zu lassen. Die Fähigkeit sich also auf einen A.R.T.-Prozess einzulassen und das Vertrauen und die Neugierde zu haben, das wahrzunehmen, was in diesem Möglichkeitsraum passiert und dann mit all seinen Fähigkeiten auszuwerten.

jH: Wie haben Sie dann Christian Jacobs kennengelernt und wie ist es zu einer Zusammenarbeit gekommen?

MK: Wir waren als Dozenten/Trainer gemeinsam mit einem Kunden bei den Chaos-Piloten in Aarhus. Das war im Jahr 2000. Damals war ich noch Geschäftsführer und pädagogischer Leiter der Jungen Oper der Staatsoper Stuttgart, die ich 1997 entwickelt, ins Leben gerufen und gestaltet hatte. Ich arbeitete damals mit den Teilnehmern mit einer Vorform des A.R.T. Prozesses. Christian und ich lernten uns über die Arbeit kennen. Uns verbindet die Frage: Wie kommt das Neue in die Welt? Heute würde ich sagen, es war Resonanz auf den ersten Blick. Wir haben nun über fast 20 Jahre immer wieder das Gespräch und gemeinsame Praxisfelder gesucht, um in diesem riesigen Atelier „Welt“ auf unsere ganz eigene Art und Weise zu forschen und zu wirken. Ich würde sagen: Die Neugierde und die Lust an der Gestaltung verbinden uns seitdem.

jH: Sie haben quasi über Jahre gemeinsam mit einem „Produkt“ gearbeitet bzw. es auch permanent weiterentwickelt. So eine Art Oper, bei der Menschen, die daran teilnehmen, viel über Transformation erfahren ...

MK: Ja, lassen Sie mich gerne erklären wie das „Produkt“ funktioniert und wofür es gut ist ...
Aus meiner Erfahrung mit Theater, der Dramaturgie der alten Klassiker, als Musiker und Regisseur habe ich ein künstlerisches Konzept entwickelt, wie ich mit Laien innerhalb von zweieinhalb Stunden eine komplette Musiktheaterproduktion umsetzen kann. Wir entwickeln entlang der Dramaturgie eines klassischen Shakespeare-Dramas die Story, den Text, die Bühne, den Chor. Als ich Christian davon erzählte, wurde uns beiden klar, dass hier ein großes Potenzial für einen action-learning Prozess steckt, den wir für Change- und Transformationsprozesse, sowie für Entwicklung einer co-produktiven und co-kreativen Unternehmenskultur nutzen können. Die Kunst für uns beide bestand darin, dass wir den Prozess der Opernproduktion und der Auswertung im Hinblick auf die Fragestellung des Kunden in Resonanz bringen mussten. Das ist uns dann mit dem Format Co-opera-day gelungen. Wir haben in unterschiedlichen Arbeitsprojekten von Christian das Co-Opera-Day Format eingebracht. Wir haben mit bis zu 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in zweieihalb Stunden eine Musiktheaterproduktion vorbereitet und aufgeführt. Hier waren die Beteiligten Produzenten und Zuschauer ihrer Produktion zugleich. D.h. es gibt keine im eigentlichen Sinne öffentliche Aufführung. In diesen zweieinhalb Stunden erleben die Beteiligten sich als Autoren, Texterinnen, Schauspieler, Sängerinnen, Bühnenbilder und Zuschauer. Durch auf die Bedürfnisse des Kunden ausgerichteten Fragestellung zur Auswertung dieses action-learning Konzepts, werden die Schätze in der Reflexion und im Transfer gemeinsam gehoben.

jH: Bemerkenswert. Haben Sie noch mehr solcher Ideen? Oder wie könnte Ihre Arbeit in der Wirtschaft, mit den Menschen in Unternehmen noch mehr Wirkung entfalten?

MK: ...Hier ist der Zusammenarbeit mit Christian Jacobs etwas wirklich uns beide Überraschendes und Bemerkenswertes passiert. Wir haben in der letzten Co-Opera Produktion statt mit der klassischen Dramaturgie eines Shakespeare Dramas mit der Struktur THEORIE U von Otto Scharmer gearbeitet. Also statt wie im klassischen Drama oder im Hollywood-Film die Story in der ‚Katastrophe‘ oder im ‚Happy End‘ enden zu lassen – haben wir mit Führungskräften des Unternehmens entlang der Dramaturgie des "Theory U"-Prozesses gearbeitet. Was in den zweieinhalb Stunden, an Potentialentfaltung und Energie frei wurde, muss, wie Michael Ende sagte, ein andermal erzählt werden, weil das den Rahmen dieses Interviews sprengt. Aber die Resonanz, der Transformationswille der Führungskräfte, die in diesen zweieinhalb Stunden Musiktheater-Produktion entstanden ist, wirkt heute noch nach. Es ist heute noch eine Referenz-Erfahrung für das gesamte Unternehmen und fördert die Transformation des Unternehmens, den Willen Aller, Verantwortung für sich und die Transformation des Unternehmens zu übernehmen. Das muss man erleben (lacht).

jH: Prof. Markus Kosuch wir danken Ihnen für das Gespräch.

Women (and men), speak up!

Verena Riedinger, just Human

Viel diskutiert wurde in den letzten Jahren die Beobachtung, dass Frauen in Meetings und Gremien nicht immer ihr volles Potenzial entfalten. Das ist nicht nur schade für die Frau, sondern auch für das Team und das Gesamtunternehmen. Gute Ideen, Meinungen und Entscheidungsgrundlagen verfallen ungenutzt, weil niemand sie gehört hat. Katherine Coffman von der Harvard Business School ist mit ihren KollegInnen diesem Phänomen jetzt ein Stück weit auf die Spur gekommen. Nein, Frauen sind nicht schüchtern oder chronische „Licht-unter-den-Scheffel-Stellerinnen“. Die Studie zeigt, dass es vor allem Gender-Stereotype sind, die Frauen (und Männer!) davon abhalten, ihr Wissen einzubringen. Das heißt, dass Frauen dann weniger beitragen, wenn sie das Thema für „männlich“ halten. Das machen Männer ebenso mit „Frauen“-Themen, wenn auch etwas weniger. Auch dann, wenn sie objektiv überdurchschnittlich viel darüber wissen.
Was heißt das also für uns? Es ist Zeit, uns gründlich zu fragen: Was halten wir eigentlich für typisch männlich bzw. weiblich? Welche Bereiche in unserer Organisation sind geschlechtsspezifisch geprägt und wieso? Und wie können wir das ändern? In männerdominierten Bereichen zeigen sich bereits die positiven Auswirkungen von weiblichen Role Models. Hier steigt das Selbstbewusstsein von Frauen in ihre eigenen Fähigkeiten. Und schließlich blüht eine Organisation erst dann voll auf, wenn alle MitarbeiterInnen ihr gesamtes Potenzial entfalten.
Doch warum ist das so schwer? Das liegt an uns Menschen und daran, wie wir gemacht sind. Frühe Prägungen liegen tief und sind uns selten bewusst. Und auch dann sind sie willentlich nur schwer zu verändern. Gerade in Stresssituationen (und wer ist in einem wichtigen Meeting nicht manchmal gestresst?) verhalten wir uns so, wie wir es ganz früh gelernt haben. Das heißt: Lasst uns vor allem für die Zukunft der Arbeitswelt vorbauen und mit einem großen Farbeimer einmal gründlich über die rosa-hellblauen Kinderzimmer von heute gehen.
(Verena Riedinger)

Rückt jetzt auch noch der Mensch in den Mittelpunkt??

Sina Lorenzen, neue Räume

Arbeitswelten unterstehen ständig wechselnden Dynamiken. Die Komplexität in allen Unternehmensbereichen steigt weiter an und wird zunehmend unkontrollierbar. Veränderungen werden zum Normalzustand und die Auswirkungen sind auf allen Ebenen der Organisation deutlich spürbar.
New Work, Arbeiten 4.0, Sinnstiftung, Selbstverantwortung und neue Rollenverständnisse sind mittlerweile im Mainstream angekommen. Alltägliche Anglizismen wie Daily Meetup, Design Thinking Workshop oder Co-Creation – um nur einige zu nennen – dominieren den Manageralltag.
Innovationsarbeit als Überlebensmotor. Nicht nur disruptive Ideen revolutionieren ganze Branchen, sondern auch kleine adaptierbare Ideenansätze können bestehende Business-Portfolios gewinnbringend verändern.
Was das Unternehmen dafür braucht, sind vor allem motivierte, Outside-the-Box denkende Menschen – und auf „Menschen“ liegt hier die Betonung, nicht bloß „Mitarbeitende“.
Die vermeintlichen Allheilmittel gegen den Fachkräftemangel sind neue Bürogebäude, hippe Arbeitsplätze und kostenloses Bio-Obst? Employer Branding und Motivation sind schließlich wichtig. Doch wenn man schon beim Thema ist, kann man gleich Flächenkosten optimieren und die Quadratmeter pro Arbeitsplatz anpassen. Überhaupt sollte die Realisierung des Arbeitsplatzkonzeptes möglichst wirtschaftlich sein. Zu engstirnig gedacht? Klare Antwort: JA!
Alles auf Anfang: Das Abenteuer „New Office“ beginnt mit der richtigen Haltung und dem Menschen im Mittelpunkt. Immer. Ausnahmslos. Ein gut konzipiertes Workplace-Projektmanagement für neue Bürowelten verfolgt einen holistischen Ansatz. Der Mittelpunkt ist immer der Mensch. Punkt.